Vorwort
Immer schon galt mein Interesse meiner Hunsrückheimat in Vergangheit und Gegenwart, besonders der zu
meiner Heimat gewordenen Gemeinde Spesenroth. Im Laufe der Jahre verfolgte ich die Geschichte des
Hunsrücks, recherchierte in verschiedenen Archiven und fand schriftliche Zeugnisse aus den letzten 600 Jahren
seit der ersten Erwähnung 1427 bis zum heutigen Tage.

Auch in den alten Akten in der Gemeinde fand ich Interessantes, manchmal auch Kurioses, über unser Dorf.

Alle diese Quellen benutze ich, um einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Dorfes und damit in das
Leben seiner Bewohner im Laufe der Generationen zu gewinnen.

Leicht war das Leben auf dem Hunsrück nie. Auch die Bewohner unseres Dorfes hatten mit vielen Problemen zu
kämpfen, die für uns heute gar nicht mehr vorstellbar sind, die aber das Leben erschwerten und die Menschen
zur damaligen Zeit bedrückten. Was unser Dorf heute ist, ist geprägt durch die vielen Fährnisse, Kümmernisse,
Sorgen und Nöte unserer Vorfahren, durch Freund und Leid, durch die Überlebensstrategien und durch ihre
Entscheidungen.

Unser Dorf und das Leben darin sind begründet in der Vergangenheit. Unsere Zukunft wird auf unserer
Gegenwart aufgebaut - auch wir prägen unser Dorf. Darum wird der Blick zurück, den diese Ortschronik uns
gestattet, das Verständnis für die Gegenwart und die Zukunft fördern.

Auf eine frühe Besiedlung der heutigen Spesenrother Gemarkung weisen die Bodenfunde in den Hünengräbern
hin. Grabungen förderten eine römische Urne zu Tage. Zudem verlief durch die Gemarkung eine Römerstraße,
eine direkte Verbindung von Kastellaun über Neuerkirch nach Simmern, Flurbezeichnung Simmerner Straße.

Spesenroth musste seit der ersten Erwähnung vor fast 600 Jahren immer wieder darum kämpfen, seine
Eigenständigkeit zu bewahren. Jede Herrschaft, egal wie sie hieß und woher sie kam, war stets darauf bedacht,
ihren eigenen Reichtum zu mehren. Wie es dem Volk dabei erging, war der Obrigkeit zumeist egal. Ob die
Einwohner satt wurden oder hungerten, das war Nebensache. Das Volk war nur dazu da, Abgaben zu leisten,
Fronarbeiten zu verrichten und dem Kriegsdienst zu folgen, zu meist ohne Anerkennung oder Lohn. Dabei waren
die "Nichtbeerbten", das sind Menschen, die keinen Besitz hatten, am schlechtesten gestellt. Sie waren froh,
als Tagelöhner, Waldarbeiter oder durch andere nicht besonders gut bezahlte Arbeiten ihren Lebensunterhalt
mehr schlecht als recht bestreiten zu können.

Viele im Dorf hatten Landwirtschaft, einige waren besser gestellt, andere weniger gut. Die Gemarkung erwies
sich mit 351 ha als zu klein, um alle Bürger satt zu machen.

Die Gemeindebeschreibung der Kreisverwaltung von 1970 macht in einer groben Bestandsaufnahme unseres
Dorfes folgende Angaben:
Gemarkungsfläche 351 ha

Höhenlage auf der Wasserscheide zwischen Mosel und Nahe 460 Meter ü NN, an der Kreisstraße
Hasselbach - Kastellaun, geschlossene Dorflage mit dem 1965 neu erbauten Gemeindehaus. Hausgärten,
mehrere Fachwerkhäuser und Scheunen, reines Buerndorf mit 25 landwirtschaftlichen Betrieben
zwischen 8 bis 16 ha, 1 Gemischtwarengeschäft, 1 Samenhändler.

3/4 evangeliche, 1/4 katholische Einwohner,
Kriegsverlust 1914/18, 7 Gefallene, 2 Vermisste.
Kriegsverlust 1939/45, 6 Gefallene, 7 Vermisste.
Gemeindewald 32 ha, Försterei Kastellaun,
Molkerei Kastellaun,
keine Bahn - ohne Busverbindung,
Steinbruch für Gemeindebedarf,
Gemeindebücherei,
Bodenfunde Grabhügel, mehrere viereckige Hügel im Jagen 2 des Gemeindewaldes;

frühere Ortsnamen von Spesenroth:  Speishard, Speshard, Schpessart, Spesroth.
Eine Gemeindebeschreibung von heute ergibt teilweise ein anderes Bild:
Spesenroth ist kein reines Bauerndorf mehr, es bestehen nur noch 2 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe
und 3 Nebenerwerbsbetriebe. Gegründet wurde in der Zwischenzeit 1 Heizungs- und Sanitäranlagenfirma.
Die restlichen Einwohner verdienen ihr Geld in den verschiedensten Branchen als Pendler.
Gemischtwarengeschäft und Samenhandlung bestehen nicht mehr, genauso wie auch die Molkerei Kastellaun
aufgegeben wurde; die Milch wird heute nach Thalfang geliefert. Die Bahn Kastellaun wurde stillgelegt,
aber  es wurde zahlreiche Busverbindungen eingerichtet. Der Steinbruch der Gemeinde wird nicht mehr als
Steinbruch genutzt, sondern als gemeindeeigener Grillplatz mit Hütte und Grillplatz. Ein geselliger Treffpunkt wurde
durch den Dorfplatz mit Brunnen und jährlichem Brunnenfest geschaffen.

Der derzeitige Bürgermeister Volker Boos wurde 1999 gewählt.
Seit 1995 hat die Gemeinde ein eigenes Wappen, das in kuzer Form wie ein Blitzlicht einzelne relevante Punkte
aus der Geschichte des Dorfes erhellt.

Es trägt einen silber- und rotgeschachtelten Schrägbalken in Gold. Oben sieht man einen blauen Kuckuck,
unten einen grünes Wacholderreis mit blauen Beeren. Der Schrägbalken weist auf die frühere Zugehörigkeit
Spesenroths zu Hinteren Grafschaft Sponheim, Amt Kastellaun, hin. Der blaue Kuckuck nimmt Bezug auf den
heute noch in der Umgebung gebräuchlichen Spitznamen der Dorfbewohner, "Spesenrother Kuckuck".
Wacholder und Beeren weisen auf das Wacholderschlagen und den Krammetsvogelfang auf der Spesenrother
Heide hin.

Die Heide war jahrhundertlang ein Streitobjekt zwischen den Orten Spesenroth, Alterkülz und Kastellaun.
Heute gehört sie größtenteils zur Gemarkung Spesenroth.
Chronik Spesenroth
Die Chronik Spesenroth kann über
den Bürgermeister oder über den Autor
Helmut Wendling bezogen werden.
Dies ist eine kleine Leseprobe

Der Schild in Gold, geteilt durch einen rotsilbernen
doppelreihig geschachteten Schräglinksbalken, oben
ein linksgewendeter blauer Kuckuck, unten eindrei-
zweigiges grünes Wacholderreis mit blauen Beeren.

Der Schrägbalken weist auf frühere Zugehörigkeit
von Spesenroth zur Hintern Grafschaft Sponheim,
Amt Kastellaun, hin.

Der blaue Kuckuck nimmt redend Bezug auf den
heute noch gebräuchlichen Spitznamen der Dorf-
bewohner. Wacholder und Wacholderbeeren weisen
auf das "Wacholderschlagen" und den Krammetsvogel-
fang auf der Spesenrother Heide hin. Diese Heide war
jahrhundertelang ein Streitobjekt unter den Gemeinden
Kastellaun, Alterkülz und Spesenroth. Heute gehört
sie zum größten Teil zur Gemarkung Spesenroth.
Wappen von Spesenroth
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